Prof. Oskar Frischenschlager (http://oskar-frischenschlager.at/) normalitaet/krankheit/gesundheit anomalie konzepte: Ontologischer Krankheitsbegriff: Sinngebung, Anthropomorphisierung Tumor-, KrebstraegerIn; 'Boesartigkeit' eines Tumors -> exorzismusartige Therapie/Austreibung Statistischer Krankheitsbegriff: aus Erfahrung, Statistik abgeleitet (ist es normal, abends 1 - 2 Glaeser Wein zu trinken?) Funktionaler Krankheitsbegriff: Teil erfuellt Aufgabe in Bezug auf das Ganze - Aus-, Eingrenzung (soziologische Problematik) Risiko/Problem: Sollwert -> Funktion wird erfuellt Leidenssymptome oft nur als Stoerung, nicht als Symptom gesehen (z. B. Perspirationsproblematik) gemeinsam: Gesundheit als Grundzustand gesehen, Krankheit als Abweichung Claude Leriche, 19. Jh.: Gesundheit im "Schweigen der Organe" nicht auf alle Faelle anwendbar (Geisteskrankheiten, Tumorerkrankung - nicht immer als Leiden empfunden, spaete Manifestation ...) WHO - 1946: erste Definition "G. ist umfassendes koerperl. u. soz. Wohlbefinden und nicht nur als Abwesenheit von Krankheit" - positive Def. - auch koerp./soz. Einbeziehung - subj. Empfinden Kritik an WHO-Def.: - statische Definition - ist ein Zustand absoluten Wohlbefindens erreichbar? 1986 Ottawa-Charta der WHO Aufrufe zu internat. Handeln: Aufruf zu Foerderung von Gesundheit und Foerderung der Mitgliedslaender dabei 10 globale Ziele der Strategie "Gesundheit fuer alle (GFA) im 21. Jh." http://www.gesundheit-psychologie.de/gfa21/hfa21-ziele.htm 1. mehr gesundheitliche Chancengleichheit 2. Verbesserung d. Lebenserwartung und -qualitaet 4. Eliminierung von Krankheiten 5. Infrastruktur (Wasser, Wohnung ...) 6. Foerderung gesunder Lebensweisen/Eindaemmung gesundheitsschaedigender Lebensw. 8. Verbesserung des Zugangs zu umfassender primaerer Gesundheitsversorgung 10. Gesundheitsforschung foerdern -> WHO, Gemeinsamkeiten: Foerderung der Gesundheit Thomas McKeown, 1979 - untersucht Verlaeufe von Inzidenzraten ueber Jahrzehnte im Kontext kontemporaerer Entdeckungen schliesst daraus auf Einfluss der klinischen Medizin auf Reduktion der Sterblichkeit 3 - 4 % daher: Praeventionspotential (WHO-Potential) 96 - 97 %! Ernaehrung (jodiertes Salz, Fluortabletten ...) Regelungen (Rauch ...) Mutter-Kind-Pass verpflichtende Impfungen (oeffentlich finanziert) Gesundenuntersuchungen/Vorsorgeuntersuchungen Entwoehnung Informationsprogramme Verkehrserziehung, Alterslimitierung der Fahrerlaubnis Safer Sex Kontrollen, Strafen, Sanktionen Ungleiche Chancen nach sozialer Schicht (Bildung, Beruf, Einkommen): - berufsbed. Gesundheitsrisiken - Wohnegegend (Laerm/Emissionen) - Konsumfaehigkeit (OTC, Dentalmedizin, Optik, ...) - Bildung/Wissen ueber Gefaehrungen, Vorsorge(untersuchungen) ... - Verhalten (Umgebung, Klischee: Bierkonsum auf Baustelle) Stress: Stressmodell - Eustress/Distress (coping ability == Bewaeltigungskompetenz) Lazarus: nicht Situation ist entscheidend, sondern indiv. Suganz primary appraisal - Bewertung, ob Bedrohung sec. appraisal koerperl. Stressituationen, psych. Stressituationen Schlafstoerungen, Spannungskopfschmerzen, Infektanfaelligkeit Stress-Resistenz: a) indiv. Ressourcen - aus aktuellen Lebensbedingungen - aus pers. Entwicklungsgeschichte b) soz. Ressourcen - soz. Integration - soz. Support Interventionsmoeglichkeiten/Handlungsspielraeume Ressourcen aus persoenlicher Entwicklungsgeschichte - affektiv - Bindungsentw. - Bewaeltigunsrepertoire - Bildungsgeschichte Vergleich Mensch/Tier - individuell aufzubauende Sozialstrukturen (lebenslang, z. B. keine "Bestrafung" im Tierreich)