Univ. Prof. Dr. C. Wolf [9. 5. 2008] =Arbeitsmedizin= * Wirkung Gesundheitszustand auf Arbeitsprozess * Wirkung Arbeit/Beruf auf Gesundheit Unterschied Arbeitswelt - Umwelt * definiertes Kollektiv vs Gesamtbevoelkerung (Kinder, Alte, Schwangerem ...) * 8 h/d, 7 d/w vs 168 h/Woche * spezifizierbare, messbare vs unueberschaubare Belastungsspektrum * definierte Belastungsgrenzen vs freiwillige Belastung (Laerm ...) * ausgebildetes Personal vs Allgemeinbevoelkerung Erkennung und Bewertung von Faktoren, die Auswirkung auf Menschen und den betrieblichen Ablauf haben koennten; Entwicklung und Umsetzung von Massnahmen Wechselbeziehung Hygiene, Psychologie, Neurologie, BWL ... Wandel von traditionellen Produktionsbetrieben zu IT-/Dienstleisungsgesellschaft Pflegebereich Neue Arbeitsstoffe (Putzerei: CH3CCl3 - Ersatz durch Cocktail aus 200 Substanzen) Prosument (Produzent - Konsument - Verlagerung: Supermarkt eigene Auswahl/Kassieren (RFID)) Organisationskultur/Fuehrungssystem/IT Pyramide: * traditionell: Verhuetung von Arbeitsunfaellen, Berufskrankheiten * Erhaltung und Foerderung vonGesundheit und Leistungsfaehigkeit * Management von Humankapital (AM als Unterbehmensberatung) klinische Arbeitsmedizin: Beurteilung von Krankheiten als Berufskrankheit (heute: Ambulanz) internistische Abteilung (Studie Bruessel 224-24 PatientInnen): 55/200 berufsassoziierte Erkrankungen, 10.5 % hatten eine sichere oder moegliche berufsassoz. Hauptdiagnose Praevention: klinische AM * stell sticher, dass neue BK erkannt werden * verhindert durch sachgerechten Umgang m. berufsass. Erkrankungen weitere Schaeden * lehrt andere Faecher, auf arbeitsmed. Ursachen zu achten Strukturen: * BetriebsaerztInnen (Arzt f. Arbeitsmedizin: 6-woechige Ausbildung) * FA fuer AM (seit 1994) * AMZ (Zentren: Zusammenschluss von FA f. AM, mobile Untersuchungen) * ZAI (Arbeitsinspektorat - Exekutivgewalt!) * Akademien fuer Arbeitsmedizin * AUVA (Versicherung fuer Arbeitgeber!) ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz): * p. 49 ASchG: Untersuchung Strahlenschutzgesetz, Mutterschutz, Nachtschichtschwerarbeitsges. Belastung vs Beanspruchung: WW Arbeit - Individuum Belastungen * physisch * physikalisch * chem * biol * psych Belastung: Gesamtheit der einwirkenden Bedingungen Beanspruchung: Summe der Veraenderungen und Reaktionen, die durch Beanspruchung ausgeloest werden individuelle Beurteilung auf Grund der Ressourcen! kleine Ressourcen -> hohe Beanspruchung grosse Ressourcen -> kleine Beanspruchung konstitutionelle, erworbene Ressourcen: * konst. (Alter, Geschlecht, Intelligenz, Koerperkraft) * erw. (Sachkunde, Fertigkeiten, ... Muskelarbeit: * statisch ** (Stellungsarbeit (keine Kraefte nach aussen), ** Haltungsarbieit (an Instrumenten - Mikroskop, ...)) ** Haltearbeit * dynamisch - diverse Einteilungen ** einseitig, leicht, ... ** schwer, Arme/Rumpf, ... geringe Belastungen nicht immer schaedigungsfrei! (Nintendo-Daumen, Mausarm/Tennisarm, Epicondylitis, Carpaltunnel, ...) Repititive Stress Syndrome (RSI): Ueberbeanspruchung durch wiederholte Taetigkeit [14. 5. 2008] steady state (Pulsfrequenz auf Plateau) vs Ueberbeanspruchung Arbeitspuls: ausgehend von Ruhepuls (m 35, f 35), wesentlich: exakte Messung des Ruhepulses evtl. variabel durch Haltungsarbeit/Stellungsarbeit (Werkstueckauflage) -> Erfolgsabschaetzung fuer Arbeitsmedizin Erholung erst nach 2 - 3 Wochen -> Grundtemperatur, -frequenz erst dann messen! Verhaeltnis Dauerbelastung - individuelle LF Belastungen - Ressourcen Belastung Dioxin: hoechster Wert in einem menschlichen Koerper im 5. Bezirk (Bueroarbeiterin HT Textillehr- und Versuchsanstalt) Grenzwertstrategien: * Expositionsminimierung * Oekonomie * polit. Vorgaben * wissensch. Begruendung ===MAK-Wert=== misst aeussere Belastung: aktueller Wissensstand, zeitliche Beschranekung, weitgehende Eliminierung von Gefahren (90 - 95 % ...) -> MAK-Wert: Gesundheit soll nicht beeintraechtigt werden, keine unangemessene Belaestigung (3.3.2) - nur fuer Luftschadstoffe! nach gegenwaertigem Stand der Kenntnis CAVE: Methylquecksilber durch Haut MAK: Mittelwert, darf kurzzeitig (z. B. 8 Mal pro Schicht 2 *) uebertroffen werden ===Innere Belastung=== Reaktion des Koerpers z. B. Blei: Anaemie BAT-Wert: biologische Arbeitsstofftoleranz (Blut, Harn, Stuhl Monitoring) ===Stoffgemische=== schwer einzuschaetzen: potenzierende, additive oder abschwaechende Wirkung -> Summen-MAK als Hilfswert [15. 5. 2008] MAK-Wert: Schichtmittelwert Summen-MAK: Summe (c[i]/MAK[i]) < 1 CAVE Schwellenwert (z. B. MAK, deterministische Wirkung) vs. TRK (Richtwert) TRK (Technische Richtkonzentration) gemaess den technischen Moeglichkeiten (40h/w) EKA-Wert (analog BAT) f. Kanzerogene: Expositionsaequivalent * Belastungsmonitoring (z. B. Blei im Blut) * * Beanspruchungsmonitoring (Tests zur Abschaetzung d. Alkoholisierung, Harnparameter ...) BAT: biologische Abreitsstofftoleranz: hoechstzul. Quantitaet, die bei 8h/d (40h/w) keine biol. Beeintraechtigung verursacht tolerabel, so lange * Organe funktionieren/Funktionsablaeufe normal * Rueckbildungsfaehigkeit der Befunde (z. B. nach Urlaub) * Nachkommenschaft gesund Leberwerte Reproduktionstoxikologie Teratogenitaet: * Aborte * Fehlbildungen * Entwicklungsstoerungen * postnatale Minderleistung Keimbahnveraenderung ===MSchg (Mutterschutzgesetz)=== .de: geringere MAK-Werte fuer Schwangere, .at: kein Hantieren mit Chemikalien (organisatorische Probleme!) 15 % ungewollt kinderlos 4 % _aller_ Neugeborenen ernsthaft Behindert/Fehlbildungen 50 % aller Konzeptionen enden in Abortus Flugbegleiterinnen duerften in Schwangerschaft nicht fliegen (Hoehenstrahlung - Abortus) ===Krebserregende arbeitsstoffe=== TRK-Wert, kein MAK-Wert! * Hartholzstaub einige Faelle/a .at (Adeno-CA NNH) * Benzol (Leukaemie) * Asbest Lungenkrebs (30 - 40 a Vorlaufzeit!) * Arsen (Hautkrebs - frueher Syphilisbehandlung) * Trichlorethen (Nierencarcinom - Reinigung) * Vinylchlorid (Angiosarkom Leber - Verbrennung/Herstellung PVC) ===Bewertung=== MAK schuetzen "im Allgemeinen", eingeschraenkt * bei sensibilisierten * Schwangeren * Aufnahme ueber Haut modifizierende Einfluesse: * Atemminutenvolumen * Aufnahme ueber andere Wege ((Schleim-)Haut) * Metabolismus, Ausscheidung, Interaktion * Verteilungsphaenomene * persoenliche Schutzmassnahmen, Hygiene Sportschuetzen: Schiesskeller -> Bleistaub -> Aufnahme mit Nahrung ===Praeventionsebenen=== * Primaer: Verhalten/Praevention * Sekundaer: Vorsorgeuntersuchung * Tertiaerpraevention: Rehabilitation ===Berufskrankheit, berufsass. Krankheit=== Definition/Voraussetzung: * in Liste der Berufskrankheiten (Anh. ASVG, derzeit 53) * muss durch versicherte Taetigkeit zu Stande kommen (haftungsbegruendend) * Exposition im beruflichen Rahmen muss ausreichend lange und hoch gewesen sein (haftungsausfuellend) in Oesterreich (!= .de) Wirbelsaeulenerkrankungen nicht inkludiert (Hauptfruehpensionierungsursache)! Rest: berufsassoziierte Erkrankungen Fruehpension: * Minderung d. Erwerbsfaehigkeit > 50 % * chem. Substanzen, ionisierende Strahlung automatisch inkludiert (mech. Schaeden nicht) ===Biologisches Monitoring=== Belastung - Blackbox - Krankheit z. B. Bleiexposition: * innere Dosis (Blutblei, Harnblei) * biologischer Effekt (EPP: Haemoglobinsynthese gestoert, Kopro III, ALA-U, ALA-D) * gestoerte biol. Fn. (Nervenleitgeschwindigkeit NLG, Ery, Verhaltenstox. Eff.) (Beanspruchungsmonitoring) * Manifestation der Krankheit Eignungsuntersuchung: bei Vorhandensein einer Krankheit keine Eignugn fuer Arbeit, die diese Krankheit verursachen kann kochbuchartige Untersuchungsvorschriften Bleisulfid am Zahnfleischrand, blaue Tupfen an Erys ==Laerm== Arbeitsmittel muessen mit Laermminderungstechnik ausgestattet sein max 55 dBA