Anja Burchardt Blaustrumpf, Medizinstudentin, Anarchistin? : Deutsche und russische Medizinstudentinnen in Berlin 1896 - 1918 Stuttgart u. a.: Metzler (Ergebnisse der Frauenforschung: 44) 1997, ISBN 2-476-01527-0 14 Diskussion um das Medizinstudium der Frau (1872 - 1918) Beginn 1865; erste in Schweiz ausgeb. ausg. Aerztinnen Emilie Lehmus, Franziska Tiburtius 1876 in Berlin approbiert natuerl. Bestimmung, Befaehigung d. Frau? Moral, Sitte? Beduerfnis nach Aerztinnen f. weibl. Pat. 15 GegnerInnen: Frau in Pflege und im '"heiligen Beruf" der Ehe und Mutterschaft' 16 Bischoff, Waldeyer gegen Frauenstudium aus "anatomischen" Gruenden 17 Moebius "physiologischer Schwachsinn des Weibes" 1899 dagegen Frauenbewegung: Ausbildung, nicht Veranlagung; harte koerperl. Arbeit auch in Pflege; Verweis auf im Ausland ausgebildete Aerztinnen; geburtshilfliche Taetigkeit von Hebammen (dagegen: kein Fortschritt in von Frauen geleiteter Geburtshilfe ...) 18 Sittlichkeit (Seziersaal: Johannes Orth 1897); Weigerung von Prof., Frauen zu VO zuzulassen (Schamgefuehle vor allem auf Seiten der Prof.); Konkurrenz! (-> AerztInnen als kuenftiges akademisches Proletariat) 20 Superioritaet d. m. Geschl. (Intellekt., logisch, koerperl. ...) - Diskursanalyse! 21 "Sozialhistorische Erklaerungsansaetze und Forschungsergebnisse zum medizinischen Frauenstudium" Anfang 19. Jh.: Geschlechteraufgabenteilung Moraltheorie -> Nawi Frage nach Medizinst. d. F. quasi Speerspitze f. Erschliessung weiterer akadem. Berufe Albisetti: negative Erfahrungen mit Frauenstudium in der Schweiz 22 (Vorwuerfe eines "ungezuegelten, amoralischen Lebenswandels" bes. d. russ. St.) Bonner dagegen: Kultur im Kaiserreich: Frauen "staerker an Restriktionen und soz. Koneventionen gebunden als Frauen anderer europ. Laender", daher nicht in Befreiungsbewegung integriert Costas: (REF!) Geschlechterverhaeltnis = Herrschaftsverhaeltnis (durch Bildungssystem gefestigt), Sozialprestige von Akadem. unterschiedlich in Laendern (z. B. Schweiz: Uni-Studium nicht relevant fuer oeffentl. Fn., Zugang f. Frauen leichter) 23 z. B. Frankreich, Schweiz Sozialprestige akad. Ber. geringer - frueheres Frauenstudium; D: Sozialprestige hoch, Angst vor Krankenkassen - Hinderung von Frauen am Studium und insgesamt Red. d. StudentInnenzahlen (nur 1893 - 1900 erfolgreich) 24 Glaser, Hermann: Frauenstudium in Med. vor anderen Studien: 25 Frauenstudium (Med./Pharm.) als Uebergangsloesung fuer unverheiratete Frauen, Verhinderung der polit. Partiz. (Jura!) 26 Bonner: kurzfristig private Institutionen (Frauencolleges) im 19. Jh. schnellerer Zugang, aber Verteuerung - langfristig groessere Vorteile durch staatl. Uni-Zugang f. Frauen 55f: russ. Studentinnen Zuerich