August Forel Briefe. Correspondance 1864 - 1927 Hg. Hans H. Walser Vorwort von Manfred Bleuler Verlag Hans Huber, Bern 1968 60 AF an Pauline F 25. 4. 1867 "Mlle Morgan er Mme Atkins sont toujours là. Il s'est ajouté une nouvelle Russe qui cette fois n'est pas mal du tout quiqu'un peu pâle; de plus une toute 61 jeune Ecossaise d'Edimbourg que a à peine 19 ans, est très jolie, et se trouve placée sous la haute direction de Mlle Morgan. Bugnion [TODO] et Dapples [TODO] ayant quitté leur pension chez Mme Irminger ont été remplacés par les 2 nouvelles etudiantes, qui sont donc toutes deux avec Mlle Morgan ches les Irminger. Mme Atkins fait bande à part et est fixée au Palmhof. On avait parlé d'une Argovienne qui devait venir mais on ne l'a pas encore apperçue; Mlle Suslowa a épousé Mr Erismann ancien éetudiant en Médecne à Zürich. Mlle Morgan continue à être le centre des étudiants femelles; elle s'est flanquée une telle masse de cours sur le dos que je ne comprends absolument pas comme elle y tient: Elle suit la clinique médicale, la clinique chirurgicale, un laboratoire de chimie (12 heures par semaine), les cours der chirurgie, pahologie spéciale, pathologie générale, un cours de /sanscrit/, la chimie physiologique, le cours d'auscultation et percussion et une tasse d'autres que je ne sais pas, elle en a bien 50 - 60 heures par semaine. Cela ne l'a pas empêchée de s'amuser pendant ses vacances; elle a été à Genève et à Lausanne (elle a oublié de venir faire visite en passant). 83 AF an PF Wien 6. 11. 1871 Meynert bietet ihm nicht nur Anatomie-, sondern auch Histokurse am Abend an, zögert (Haut, Kinder, Laryngoskopie bereits eingeplant) erwartet unbekannterweise Dimock aus Zürich War am Allerheiligentag spazieren mit drei Kollegen (Confédérés) 84 "Je ne crois pas les Viennois capables de faire de révolotion sérieuse; Il faut voir cette population; c'rest quelque chose de curieux; ils ne pensent qu'à s'amuser et à gagner l'argent; le reste leur importe fort peu. Ils sont sales par paresse; (Nu! das geht jo schon) 84 AF - PF Wien 4. 12. 1871 85 war mit Mlle Dimock im Belvedere (rubens, van Dyck ...) 91 AF - Victor F Tübingen 18. 11. 73 matin 92 Spzaiergänge mit Mme de Harders junge Freundin Mlle Fallenstein, erinnern ihn an jene mit Mlle Dimock 298 ov - af 15. 8. 1894 (REF Peifer p 220) Hochverehrter Herr Professor! Zunaechst empfangen Sie vor allem nochmals meinen herzlichsten Dank fuer alles, was Sie mir Schoenes und Gutes waehrend meines Aufenthalts in Zuerich erwiesen! Es wird mir hoffentlich spaeter einmal Gelegenheit, wenigstens einen Teil meiner Dankesschuld Ihnen abzustatten. In Heidelberg sah ich mir doe psychiatrische Klinik an. Daselbst hatte ich dann einen laengern Disput mit Prof. Kräpelin [sic], der aber nicht von mir ausging! In demselben entwickelte K. Ansichten, die ich in solcher Schroffheit wirklich nicht mehr in Koepfen von Psychiatern waehnte. So, unter anderm: die Hirnlocalisationstheorie hat der Psychologie nur geschadetl die Gehirnanatomie wird noch fuer lange Zeit fuer die Psychologie absolut wertlos sein; motorische und sensuelle Centren kenne ich, aber noch keine psychischen; alle heutigen klinischen Beobachtungen haben keinen wissenschaftlichen Wert, weil sie der Methode, d. h. der Anwendung von Messaparaten entbehren; was mich anbetreffe, so sei ich, wenn ich an meinen bisherigen Anschauungen festhalte, ein fuer alle Mal fuer die Psychologie verloren. Ich habe mich dadurch nicht abschrecken lassen, sondern bin schon wieder mitten in meinen anatomischen Studien. Ich denke im naechsten Monat 299 in Dresden auf der Psychiaterversammlung einen kleinen Bericht ueber dieselben zu halten. Kommen Sie nicht zu derselben hin? Sie ist direct vor der Wiener Versammlung [Fn 8] und liegt ja nicht auf einem grossen Umweg. Mit der Bitte, mich Ihrer Frau Gemahlin empfehlen zu wollen verbleibe ich Ihr in Treue ergebener Vogt Anbe einige Schriften von der ethischen Kultur. 300 Oskar Vogt - August Forel, Husum (Schleswig) 29. 12. 1894: 20 personen in hypnosesitzungen, will in 1 a bericht schreiben, "Ihr Vortrag ueber 'Gehirn und Seele' ist in seiner ersten Form bezueglich seiner Tendenz entschieden verkannt worden. Wenigstens habe ich manche derartige Urteile gehoert. Dieser Umstand zeigt eben, wie notwendig derartige allgemeine Vortrage fuer Naturforscherversammlungen etc. sind. Auf Ihre Anmerkungen bin ich sehr gespannt." af - ov zuerich 1. 1. 1895: hat vorausgesehen, dass sein vortrag g+s missverstanden werden wuerde; "Die Dummheit und Einseitigkeit reizt mich zur Grobheit. Ich kann nicht helfen. Es geht mir wie Busch (Kritik des Herzens), denn aus der Tiefe meines Herzens spricht er mir mit folgenden Versen: Früher, da ich unerfahren Und bescheidner war als heute, Hatten meine höchste Achtung Andre Leute. Später traf ich auf der Weide Ausser mir noch mehr Kälber, Und nun schätz ich, sozusagen, Erst mich selber." (siehe http://www.gedichte.vu/frueher_da_ich_unerfahren.html) Soll bis Maerz dritte Auflage seines "Hypnotismus" ausarbeiten, Zeit fehlt "Dr Paul Serieux in Paris ist Abstinent gworden und dort wird eine Trinkerheilanstalt fuer 500 Patienten errichtet! Ellikon als Muster. Da koennen wir stolz sein!" 304 ov - af leipzig 7. 2. 1895: eigene hypnotische ABteilung (f > m), 305 "muss Flechsig dafuer dankbar sein, dass er mir so freies Spiel laest.", an einzelnen Tagen bis zu 50 Personen hypnotisiert, daher mit anatomischen Arbeiten im Hintertreffen 306 ov - af sommer 1895 307 "Wundt sowie seine Assistenten kommen trotz Abweichung in manchen Grundfragen sehr entgegen. Auch habe ich unter den hiesigen Aerzten den anstaendigeren Teil auf meiner Seite; so hoffe ich, dass der Hypnotismus in Leipzig hoch kommen wird, trotz des grossen Lumpen Flechsig.[NOTE] Ihren Aufsatz ueber die Suggestionsmethoden in der Politik habe ich gottvoll gefunden. 324 EKraepelin - AF Heidelberg, 5. 5. 1897: kann nicht auf Moskauer Kongress fahren, weil er aus nationalistischen Gruenden Franzoesisch als die einzige intl. Geschaeftssprache anerkennt 325 "Ich muss sie daher bitten, jemand mit der Vertretung unseres Standpunktes zu betrauen, der in nationalen Dingen weniger feinfuehlig ist als ich." Max Bircher-Benner an August Forel 9. 6. 1897 ... "Die Dissertation von Frl. Oberdieck [s. u. Anm. 5] habe ich gelesen. Es ist eine außerordentlich fleißige, wertvolle Arbeit. Ich habe nun ebenfalls meine Dissertation zu Stande gebracht, indem ich einen kleinen Hautfall aus meiner Praxis bearbeitete, sogar diese Arbeit hat mich viel Muehe gekostet, neben den Anforderungen der Praxis." 331 ov - af Tunis, 6. 6. 1898 Gehirnpraeparate von Pat. als Beschaeftigungsth. angefertigt, will Sammlung zum Studium zur Verfuegung stellen, evtl. Spaeter Kurse ueber Psychologie und Suggestionslehre abhalten, 332 "Aber zum Universitaetsmenschen passe ich nicht" 339 ov - af 16. 3. 1900: entschuldigt sich mit "Hetze" f. "Schreibfaulheit", will "Zeitschr. f. Hypnotismus" in "Journal f. Psychologie und Neurologie, neue Folge der Zeitschrif d. Hypnotismus" umbenennen/erweitern, sucht Beitraege/MitarbeiterInnen 370 EBleuler - AF zuerich, 7. 8. 1905: 371 "Einen Gegensatz zwischen objectivem und subjectivem Erkennen kann man ganz gut annehmen. Sie constatieren selber einen: die subjective Welt wird drect wahrgenommen, die andere erschlossen. Meine Bemerkung bezieht sich also hier auf die Worte un nicht auf deren Inhalt." 404 ov - af 3. 5. 1910 versucht Versammlung (der PA Vereinigung?) als Kongress in Bruessel zu organisieren, "Freudianer" offenbar unwillig, Janer und Dejerine kommen im Oktober nicht, 405 "[Ich] glaube sogar, dass die Gesellschaft an diesem Mangel zu Grunde gehen wird.", evtl soll AF [E] Bleuler fuer das Referat ueber Psychoanalyse gewinnen, OV will gerne ueber "anatomische Studien und ihre Bedeutung fuer die Lokalisationslehre" refereren, obwohl er meint, das Thema liege zu abseits, ansonsten: "Janet: Suggestion Forel [Fn 5], Medizinische Psychologie als Lehrfach an den Universitaeten Bleuler oder Franck, Psychoanalyse und eventuell Vogt, Neue hirnanatomische Erkenntnisse und ... [s. o.]" min. 20 Nichtvorstandsmitglieder 412 af - EBleuler Yvorne 24. 7. 1911: "Durch Ihr Einverstaendnis /ohne Vorbehalt/ mit Veragut's[Fn 2: Otto Veraguth] Aufsatz treten Sie nolens volens, fuer Trennung von Psychiatrie und Neurologie ein. Mit nachtraeglichen Auslegungen laesst sich das auch nicht aendern. Ein vom psychiatrischen getrenntes neurologisches Examen ist nichts anderes, als die tatsaechliche Consacrierung, resp. Anerkennung jener Trennung. Durch eine solche Trennung wird der Irrenarzt zum Gefaengniswaerter herabgewuerdigt. Solang die Neurologie nicht existierte, resp. nur dem Professor der inneren Medizin zugeteilt war, was aufs Gleiche hinauslief, konnte die Psychiatrie muehsam dieselbe als Psychiatrie extra muros aufbauen. [...]" ... "Der innere Kliniker kann ja noch immer den Zoster, die Lepraneuromen, die Meningitis u. dgl. mehr als 'Neurologie' behalten."... 413 "Das gibt in der Praxis saubere Fruechte. Der Student wird dann fuer die gleiche Krankheit ganz verschiedene Ansichten und Methoden angeben muessen, um nicht entweder beim Fachsimpel Neurologen oder beim Fachsimpel Psychiater durchzufallen." 435 Richard Demon - AF 1. 5. 1915 Hinweis auf Forels "Die vereinigten Staaten der Erde": "Ich lebe in der festen Ueberzeugung, dass die Gemeinschaft der hoeheren Menschenrassen dies Kulturprogramm in einer Form, die der von Ihnen skizzierten in den Grundsaetzen gleichen wird, einmal verwirklicht, aber ich fuerchte, es werden noch viele Jahrzehnte vergehen, ehe diese Verwirklichung zur Tat wird" [Fn2 p 543: Pazifismus, pol./wirtsch. Fragen, Bewaffnung, Sozialismus, Rassen, Sprachen, Alkoholismus, Eugenik, Religion, Frauenstimmrecht, uebernationale polit. Org. - geringe Zustimmung, spaeter vieles diskutiert ov - af 22. 7. 1915 nach afs Schlaganfall und dessen Einsendung eines Manuskripts hierzu Bitte um weitere Selbstbeobachtung, Lateralisierung, Haendigkeit, Schriftproben ... Bemerkungen ab S. 479: 482f (1867) Bem. 11 "Morgan, Frances Elizabeth, eine der ersten Medizinstudentinnen in Zuerich, deren selbstbewusstes Auftreten im Seziersaal den jungen Studenten Forel sehr beeindruckt hatte. Miss Morgans Promotion am 12. Maerz 1870 war ein kleines Ereignis im Zuericher akademischen Leben (vgl. a. AB, S. 38, 48) 483 14 "Atkins, Louise, aus London, Medizinstudentin, promovierte am 30. Mai 1872 in Zuerich" 487 (1871) Bem 12 "Dimock, Susan (1847 - 1875), aus Washington (North Carolina, USA), hatte 1868-1871 in Zuerich studiert und promoviet. Bei ihrem Studienaufenthalt in Wien verkehrte sie besonders mit Frau Bokowa, C. E. Hoestermann [oe!] und August Forel. Die vier Aerzte, die sich "das Wiener Quartett" nannten, wollten sich im Juli 1875 in Zuerich wieder treffen, doch fand Susanne Dimock, die inzwischen Spitalsaerztin in den Vereinigten Staaten geworden war, am 7. Mai 1875 durch den Untergang des Schiffes "Schiller" den Tod. 496 Wernicke "Lehrbuch der Gehirnkrankheiten" erster Band Leipzig 1881 498 E Bleuler (1857 - 1939) Schueler von A Forel 511 "Der Staat soll die Kuppelei und alle Anreizungen zur Unsittlichkeit strenge bestrafen, die /freie/ und private Prostitution dagegen ignorieren, solange sie kein oeffentliches Aergernis hervorruft. Das Recht, Frauen, die sich prostituieren, unter Polizeicontrolle zu stellen oder in Toleranzhaeuser einzusperren, hat er nicht, abgesehen davon, dass er damit in letzter Instanz hygienisch mehr schadet als nuetzt. Wenn eine ethisch defecte Dirne durch fortgesetzte Erregung oeffentlichen Aergernisses eingesperrt werden muss, so gehoert sie in eine weibliche Correctionsanstalt, nicht aber in ein Toleranzhaus. Wenn im uebrigen erwachsene Pesonen beiderlei Geschlechter sich in ihren Gemaechern prosttuieren wollen, so ist das ihre Sache" ("Einige Worte ueber die reglementirte Prostitution in Kiew und ueber die sexuelle Hygiene", Corr.-Bl. XIX, 513-9, 1889) 519 Auguste Dejerine (geb. Klumpke) 1859-1927, Aerztin, Gattin u. Mitarbeiterin v. Jules-Joseph Dejerine 527 Oberdieck, Friederike: "Beitrag zur Kenntnis des Alkoholismus und seiner rationellen Behandlung. Auf Grund der Statistik der in der Irrenheilanstalt Burghoelzli 1879-1894) behandelten Faelle nebst einem Auszug aus den ersten sechs Jahresberichten der Trinkerheilstaette Ellikon." Diss. med. Zuerich, Berlin 1897 (Genehmigt auf Antrag des Herrn Prof. Dr. Forel)