Stanley Hall Wilhelm Wundt uebers. v. Raymundt Schmidt Felix Meiner Verlag, Leipzig 1914 (c) 1912 1. engl. Ausgabe) Tierseele: veraltet, vieles in Physiol. Ps., viele Experimente nicht beruecksichtigt 32ff Inhaltsangabe/Kritik der "physiologischen Psychologie": * Vorwurf, dass Wundt amerikanische Psychologen nicht gebuehrend beachtet haette 60 Vorwurf, dass Zusammenfassung ueber Sehsinn umfassend, aber nicht erschoepfend ist (?) 69 abstraktes Denken (Sein - Ding, Denken -> Nichtsein ...) 101 reine, elementare Empfindungen und Gefuehle? 114 ueber Darwin (Kritik: "... Zuchtwahl und Kampf ums Dasein [koennen] wohl die Zu- oder Abnahme, niemals aber den Ursprung der Arten erklaeren [...]. Aeussere Einfluesse koennen Organe, die sich nicht schon in Funktion befinden, nicht veraendern. [...] Er glaubt (im Gegensatz zu Weißmann) an die unmittelbare Vererbung der durch Uebung gewonnenen Faehigkeiten. Die Vererbung muss auf der chemischen Kontinuitaet beruhen. Wir mechanisieren staendig Willenshandlungen, die urspruenglich vollbewusst ausgefuehrt worden sind. Darin, dass das Bewusstsein, welches urspruenglich alle Willenshandlungen begleitete, staendig ausgeschaltet wird, besteht aller Fortschritt. Tiere sind also insofern Maschinen, als ihr Bewusstsein bei vielen Handlungen seit langem verkuemmert ist. Das Bewusstsein tritt tatsaechlich immer zugunsten des Willens zurueck." 115 (Wie Berze - REF?) "[V]on einem unbewußten Geist zu sprechen, ist widersinnig. [...] Die Psyche und das Bewusstsein sind ein und dasselbe, sie sind untrennbar, sind identisch. Das Bewusstsein weistGrade der Klarheit auf, diese Grade werden an der Dauer der betreffenden Vorgaenge bemessen, sie werden beobachtet, wo es sich um ihre Reproduktion, also um die Moeglichkeit handelt, sie in das Gedaechtnis zurueckzurufen. Auch undeutliche Elemente [...] sind noch bewusst, sonst koennen sie keine psychische Synthese hervorbringen." 122 Wundts Psychologie nur auf Studenten und Professoren beziehbar (Studienobjekte) 123 Inhalte von WUndts "Studien" - 1. optische, 2. akustische Versuche, "3 Artikel mit 168 Seiten behandeln die Reaktionszeit. Bezueglich der experimentellen Ermittlung der Assoziationszeiten haben sich die Wundtianer nur auf einen Versuch beschraenkt, die ueberliessen es Jung und anderen Forschern, ihren psychoanalytischen Wert zu finden und zu entwickeln." 126 "Wundt wiederholt sich gerne ... einmal in gedraengter, einmal in erweiterter Gestalt" 127 T-u-M-Pyschologie sowie die Grundzuege behandeln zum großen Teil gleiche Gebiete; "haeufig neigt er dazu, negativ zu definieren" 129 "Es ist gar nicht auszudenken, was aus der Psychologie ohne seine Wirksamkeit geowrden waere.", aber "Haette er nicht gelebt, so wuerden andere an seiner Stelle sein Werk geschaffen haben." 132 "Sein Wissen ueber vergleichende oder Tierpsychologie scheint sich wesentlich auf die Erstlingswerke Romanes und Lubbocks zu beschraenken", "hat keine Beobachtungen an Tieren gemacht" 133 Hinweis auf unterbliebene Erwaehnung der "Phaenomene des Geschlechtslebens" und die daraus folgenden "Gemuetsbewegungen" 135 "Wenngleich Wundt Kraepelin die Anwendung der Psychologie auf die Psychiatrie, welche diesem Manne außerordentlich viel verdankt, fast zu verzeihen scheint, findet er an der Ausfragemethode Sterns viel auszusetzen [und] spricht sich [...] dahin aus, daß wir daraus bezueglich der Sinnes- und Gedaechntistaeuschungen und der Aufmerksamkeitsschwankungen nichts lernen koennten." 149 Hinweis, dass Wundt Kraepelin zur Psychiatrie geraten hat und ihm damit indirekt Verdienst fuer diese Diszilin gebuehrt 150 "Wundt ist also ganz und gar Sensationalist und Assoziationalist, wenn auch im Sinne einer Rekonstruktion, denn sein ganzer psychologischer Oberbau ruht auf diesen Fundamenten. Die Gefuehle assoziieren und verschmelzen ebenso leicht wie die Empfindungen, waehrend die Apperzeption und der Wille die Assoziation lenken und modifizieren. [...] Die Wichtigkeit, die er der Apperzeption beimißt, machen seine Psychologie eher zu einer focalen als zu einer marginalen, denn er behauptet, dass die charakteristischsten Phasen des Seelenlebens da liegen, wo das Bewusstsein in hoechster Potenz auftrit. Die Apperzeption ist eine Perzeption der Perzeption, die ist gewissermassen die Leuchte fuer Wundts psychologisches Sehen, er verfaehrt also nicht nur anthropomorphisch, sondern auch paedeiamorphisch [...], d. h. er neigt dazu, das Niedere durch das Hoehere, die weniger bewußten durch due mehr bewußten Vorgaenge, die einfacren durch due ausgebldeteren, geuebteren Geistestaetigkeiten zu deuten; ;...]" 152 Voelkerpsychologie 68 - 77 (1900-1909) 159 REF W. Wundts Philosophie und Psychologie, R. Eisler, Leipzig 1902 163 "Wenn Wundt auch nicht in einem vordarwinistischen Zeitalter lebt, so lebt er doch sicher in einem vorfreudianischen." 164 "Meiner Meinung nach verstoesst auch seine zunehmende Vorliebe fuer die Methode, die in seinen spaeteren 'Studien' einen so grossen Raum einnimmt, gegen den Grundsatz des Aristoteles, dass wir niemals bestrebt sein sollen, exakter zu sein, als es de Natur des Gegenstandes erfordert oder rechtfertigt." 168 "Wenn Wundt einmal eine Autobiographie schreiben sollte, so faellt sie sichrlich ebenso lang und uninteressant aus wie diejenige Spencers" (dagegen einige Seiten vorher Hoffnung auf autob. Einblicke in w.s Kindheit und Jugend ...)