Nestor Pakusta (Psychoanalyse und Psychotherapie) = Mythen und Fakten bei Maennern und Frauen = klin. Vignetten - Umgang mit Suizidalitaet Praeventation (gesellschaftlich - Politik, Forschungsmittel ...) Suizidforschung in Oesterreich: Suizidpraevention Ansaetze - Freud, Adler: 1910 Kongress Selbstmord bei SchuelerInnen am Zeugnistag? - Zeitungsberichte Werther-Effekt (Imitationseffekt): praesuizidales Syndrom -> Ausloeser fuer Suizid durch Zeitungsbericht ueber aehnlichen Fall Berichterstattung: Dramatisierung, Suizid als Loesung -> Risiko groesser konstruktiv bewaeltigte Krisen -> eher Effekt gegen Suizid (Papageno-Effekt) * Erwin Ringel (1950 Grunedung IASP intl. ass. of suicide prevention) * Gernot Sonneck (ab 1970, Gruendung OeGS, KIZ, Inst. Med. Psychologie) Verein d. Wiener Werkstaette fuer Suizidforschung Unter Jugendlichen: Suizid eher im Sinken (obwohl laut OECD-Bericht eher hoch) 3 Symptome vor Suizidversuch (praesuizidales Syndrom nach E. Ringel): * Suizidphantasien * situative Einengung (Wertverlust, keine Perspektiven, Verlust von Gefuehlen) * gehemmte Aggression (gegen sich selbst) erfragen! Trauer, Freude, Wut, Ueberraschung, Ekel, Scham, Angst, Neugier, Aerger: vorherrschen neg. Affekte (Schuld, Scham, Wut, Aerger, evtl. Ekel) gehemmte Aggressionen: keine Verbalisierung, Externalisierung ... (nach Freud - sadist. Ueber-Ich) Frage nach Suizidalitaet = Durchbrechen eines Tabus -> keine zusaetzliche Suizidgefaehrdung Konkretheit der Gedanken: wie oft denken Sie daran, wie wuerden Sie es machen, Zeitpunkt, QUalitaet der Gedanken (dyston/bedrohlich) Kriseninterventionszentrum Was ist haeufiger - toedliche Verkehrsunfaelle oder Suizide? -> < 18 Suizid < Unfaelle 1300 Suizide, 700 toedl. Unfaelle (Suizid doppelt so haeufig!) max. 1986 (~ 2200), derzeit im Sinken (1994 ~ 1800, 2008 ~ 1300) Haeufigkeit m/f: Isolation, Verantwortung (sic), soziales Netz? m > f, Oesterreich ~= Europa: 20/100000 m, 7/100000 f haeufiger bei Alten (bis 150/100000 m, 25/100000 f) Behinderung, Rollstuhl, Vereinsamung, "finster" ... Verhaeltnis m:f ~ 3:1 (junge, alte m >> f ~ 4 - 5:1) soziale Einbindung, Hilfesuchverhalten, narzistische Kraenkung, evtl. hormonelle Probleme Methoden m, f * m: Erhaengen (1), Ertrinken, Erschiessen (2t-haeufigste) * f: Erhaengen (1), Vergiftung (2), ... heufigste Gifte: Medikamente, Pestizide, ... CAVE: manipulativer Anteil (erzaehlerische Ausschmueckungen) Loesungsvorschlaege erst annehmbar, wenn Vertrauensbasis aufgebaut BELLA-Prinzip: Beziehung E? Leute Leiden Aufloezung? Lebenswille - Thanatos Nicht in Privatsphaere eindringen - keine Unterstellungen, Suggestivfragen! Wenn jemand/frau ueber Suizid spricht, tut er/sie es ohnehin nicht? Nein - Umstimmung moeglich Sprechen ueber Suizid = Erleichterung wissenschaftliche Beantwortung schwierig Suizidversuch: erhoehtes Risiko f. Suizid? Ja (40 x groesser als Allgemeinbev.) wie kommt der Dialog zustande z. B. Vater will mit Taxi zur Donau fahren ... Klaerung des Todeswunsches teilweise Missdeutung von Signalen Alarmsignale Gegenuebertragung, Kohaerenz der Geschichte, abweisendes/offenes Verhalten Einschaetzungsfaehigkeit in Frage stellen ("ich glaube, sie koennen nicht sicher sagen, wie ernst es ihnen ist ..." - "nein, ich mache eh nichts"; Aggression: vermutlich manipulatives Verhalten, PatientIn ist zu Aggression gegen andere faehig (!)) Suizidversuche m/f: haeufiger bei Frauen (Hilferuf) Dunkelizffer sehr hoch (20 - 30 x so hoch wie vollzogene Suizide, 20000 - 40000/a, f:m = 10:1) (Schnittwunden, ...) (CAVE: selbstverletzendes Verhalten ohne suizidale Tendenzen, z. B. Subkulturen) Buch "Suizidal" Juergen Kind psychodynamisch * zentrifugal (Enge -> Fluchttendenz) * zentripetal (Verschmelzung mit Objekten) Spektru der Suizidalitaet: * Autoaggressivitaet * Selbstanklagen * Risikoverhalten * Substanzabusus * Selbstverletzungen * Ritzen * Intoxikation * tiefes Schneiden * Sizidversuch * Erhaengen * Sprung aus Hoehe * Erschiessen * Suizid slebstverletzendes Verhalten (Ritzen f > m, Alkopops, Substanzkonsum, schnelles Autofahren (high risk behaviour) RF: * affektive Erkr. 15 - 20 x RR, (Borderline ~ 7 x RR) * andere psych. Erkr.: 5 - 23 (Essstoerung 23 x RR) * koerperl .Erkr. (2.5 - 15 x RR) Rueckgang der Suizidrate: * Medienguidelines seit ~ 1995 (im Inneren, differenziert, KIZ-Telefonnummer ...) * Psychosoziales Gesundheitssystem (PsychologInnen, PT ...) * Behandlungen gegen Major Depression angestiegen Pressefreiheit (Denunzierung, eher Protestberichte) -> massvolle Berichte http://www.suizidforschung.at Downloads -> aktuelle Empfehlungen Publizistik: Ehrenkodex ... 6000 PT, 14000 Allgemeinmed. (bessere Gleichverteilung ueber Oesterreich) Schusswaffengesetze -> geringere Suizidraten (auch Mordraten weniger) (z. B. Kanada 1997 - Background checks, Alter, Warteperiode 3 d, declaration of need, sichere Verwahrung) Niederkrotenthaler