Katharina Leithner-Dziubas = Psychische Stoerungen und Rperoduktion - geschlechtsspezifische Aspekte = * psych. Bedeutung der Schwangerschaft (schwangere Frau - schwangerer Mann) * Sexualitaet und Schwangerschaft (vor/waehrend/nach) * psych. Bedeutung ungewollter Kinderlosigkeit * psych. Bedeutung neuer Reproduktionstechnologie * psych. Folgen von Fehl-/Frueh-/Totgeburten * psych. Stoerungen waehrend/nach der Geburt (Baby Blues, postpart. Depr./Psychose, traumat. Entbindung, Angst-/Zwangsstoerungen; Maenner und peripert. psych. St.) == psych. Bedeutung der Schwangerschaft (schwangere Frau - schwangerer Mann) == Frau: * Koerperbild * psych. Integrationsleistungen, Integration der Beziehung zu Selbst/Mutter * neue Beziehung zum "Baby to be" (diverg. Vorstellungen/Ambivalenz) * Einbeziehen der Anteile des Kindesvaters * soz. Veraenderungen, Beruf, Wohnung, Beziehungsgefuege/Herkunftsfamilie, soz. Umfeld * kultur-/subkulturspez. Def. d. Mutterrolle Psychoanalytische/Innerpsychische Sichten: * phantasmatisches Erleben der eigenen frueheren Situation m. Mutter (Verschmelzungserfahrungen als bedrohlich wahrgenommen, Panik um Gesundheit d. Ungeb.; neg. Gefuehle "verboten") * Autonomieverlust (Koerperschema; evtl. Verbergen d. Bauches, manchmal mit Essstoerungen; alternativ: Konturen lustvoll erleben) * postpartal erneute Aenderung d. Koerperschemas (Durchtrennen d. Nabelschnur = drastischer Verlust Mutter-Fetus-Einheit) * weiterer Bruch: Abstillen (Zurueckziehen d. Brustwarze = Durchtrennen d. Bruecke Mutter/Kind) * Aengste/Konflike aus frueher Kindheit aus Problem der Loesung v. Eltern * Schwangerschaft als Moeglichkeit, das urspr. Gefuehl d. Einsseins mit d. Mutter zu erleben und sich gleichzeitig m. d. Embryo zu identifizieren * Schwangerschaft als Bereicherung (Reifen/Wachsen des Selbst gepraegt durch Erfahrungen mit der eigenen Mutter, Moeglichkeit d. Wiedergutmachung) * Unvermeidliche Regression in d. Schwangerschaft ... Bedeutung fuer Mann: * Neid, Ausgeschlossenheit, Ueberfluessigkeit * Wiederbelebung von Affekten, Phantasien, Aengsten (Mutterimago) * Ausgeliefertsein an die Schwangere * Rivalitaet mit d. Saeugling * Wiederbelebung der eigenen oedipalen Problematik * mutterl./sexuelle Ressourcen entfalten ohne zu konkurrieren Fall: Pat. hat Vater nie kennengelernt, Probleme in Bez. m. Frauen, mit Mutter aufgewachsen, in Schwangerschaft d. Frau Aengste um eigene Vaterrolle - Therapie: Angst vor Wiederholung (dass er Frau/Kind verlassen koennte, Drama wiederholen, Ausweglosigkeit; haeufiger: Agieren d. Wiederholungen, Bearbeitung ex post facto) muetterliche Faehigkeiten uebernehmen == Sexualitaet und Schwangerschaft (vor/waehrend/nach) == Schwierigkeiten Ursache/Wirkung Schwangerschaft macht Erleben sexueller Betaetigung oeffentlich Schwangerschaft als (psycho-)sexuellen Aktes "Parameter" - sexuelles Verlangen, Frequenz, Zufriedenheit Veraenderungen in Schwangerschaft (moeglich) CAVE methodische Probleme (Wunschantworten bei retrospektiven Erhebungen, kleine Stichproben ...) Sexuelles Verlangen: * erstes Trimenon: leichte Abnahme * zweites Trimenon: inkonsistent, leichter Trend zur Abnahme * drittes Trimeonen: Abnahme um ca. 75 % (!) Sexuelle Zufriedenheit: * erstes Trimenon: Abnahme (35 % f, 22 % m) * zweites Trimenon: Abnahme (30 % f, 26 % f) * drittes Trimeonen: Abnahme (bes. m: 55 % f, 76 % f) Faktoren mit Einfluss: * Alter, Altersunterschied * verheiratet (unzufriedener) /unverheiratet (weniger Unzufriedenheit) * Bildung * Beziehung zu eigenen Eltern * Sorge um Schwangerschaft, Geburt, Gesundheit (Hyperemesis) * Sorge um Verletzung des Fetus durch GV vor allem im dritten Trimenon _kein_ Einfluss auf sex. Unfufriedenheit in Schwangesch.: SES Arbeitszufriedenheit geplant/ung. Zeitdauer d. Beziehung Zahl d. frueheren SexualpartnerInnen postpartal: GV meist 2. - 16. W. pp sex. akt. pp insg. vermindert langfristig 30 % vemrindert Verbesserung pp 25 % f PartnerInnenschaftsunzufriedenheit f eher geringer pp Einflussfaktoren: * sexuelle Zufriedenheit im ersten Trimenon/vor Schwangerschaft * dritt-/viertgradige Damm-/Sphinkterrisse * Schlafmange * ungeloestes Verhuetungsproblem (Masters/Johnson, Alder 1989, Byrd... 1998, Bogren... 1991, Beutel... 2008, Pauleta... 2010) == psych. Bedeutung ungewollter Kinderlosigkeit == Fruchtbarkeit: hohe Prioritaet, Kinder als Segen/Kinderlosigkeit als Fluch Mythologisierung d. Kinderlosigkeit -> Leid (Busse fuer Schwangerschaftsabbruch - Gewissensbisse ...) ungewollte Kinderlosigkeit: ca. 15 % selten rein psychogen, aber sekundaere psych. Probleme bei Fertilitaetsbeh. haeufiger innerer Konflikt - unbew. Ambivalenz muetterliches Verbot Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett als Katastrophe Inzestverbot Angst vor Autonomieverlust == psych. Bedeutung neuer Reproduktionstechnologie == Motivation? (demuetigende, schmerzhafte, kostenpflichtige Behandlung) Fall: Depression psychsomat. Frauenambulanz: vor allem bei Problemen * unbew. Phantasien * technische Befruchtung statt eines lustvollen Zeugungsakts/Potenz (NOTE) (AerztIn in Vaterrolle) * Reproduktion von Sexualitaet trennbar - Sexualitaet nicht von Reproduktion trennbar (Sexualitaet als Teil d. Reproduktion (Samenspende -> Gefuehl, Mann betrogen zu haben)) * Vorstellungen zur Urszene koennen so belastend werden, dass die Umstaende der Zeugung verleugnet werden (Partialobjekte) - PA (NOTE) Fall: habitueller Abortus - IVF -> ebenfalls Abortus ("besser, es versucht einmal ein anderer") * PND: pychische Wahrnehmung, Bindung an Ungeborenes, verringerung d. Angst d. Frauen * andererseits zus. Verunsicherung in Wahrnehmung d. "vulnerablen Zeit" * PND = Verlust d. "imaginaeren Kinds" (PA Michel Sulet - NOTE) * pp Integration d. "imag. Kindes" (NOTE) * praenat. Problematik = Diskrepanz zwischen "imaginaerem Kind" und "realem Kind" und verlangt Trauerarbeit um verlorenes gesundes "imaginaeres" Baby == psych. Folgen von Fehl-/Frueh-/Totgeburten == Doppelter Objektverlust: Verlust d. realen + "imaginaeren" (gewuenschten) Babys Verhinderung, sich allmaehlich von Fetus abzuloesen (abrupte Trennung - alles ist anders), ploetzliche Leere (Nicht-Ereignis) als Versagen, Unfaehigkeit erlebt, d. biol./sozialen Anforderungen zu genuegen Scham f. Fehlbildung/"haessliches Kind" Angst und Schuld - bei sich selbst gesucht (irrationale Aengste bezueglich Schlafentzug, mangelnder Schonung, schlechtes Gefuehl, ...) Fallbericht: "wurde als nicht wuerdige Mutter abgestempelt, weil ich ein totes Kind in den Armen hielt" Umgang mit totem Kind - Mutter, Foto machen, falls Frau das Kind spaeter sehen will ... Mehrlingsschwangerschaft: * psych. Anforderungen * Integration 0 Bindung an zwei Babies * moralisches Dilemma: Reduktion/sel. Fetozid; Amniozenteserisiko viel hoeher * kaum Daten zu Phantasien/Langzeitfolgen f. Eltern/Kind nach sel. Fetozid * Follow-Up Studien zeiten, dass ein Grossteil d. Frauen (sic? Eltern?) ein Jahr nach Reduktion ueber Trauer/Schulgefuehle berichten, aber auch Gefuehl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben Drillingsstudie (meist IVF) - heute meist nur noch 2 befr. Eizellen implantiert wenig Literatur -> viele Paare gegen Reduktion Adoptionen selten/laut Leithner-Dziubas nicht berichtet Fetozid/Reduktion verleugnet (Mehrlings- -> Einlingsschwangerschaft) Reduktion nur an spez. Zentren (Abortrisiko!) Verleugnung ("erweterte Massnahme d. kuenstl. Befruchtung") Scham, Schuld, Phantasien - "ich bin ein Sarg fuer mein Baby" Geburt ohne Fetozid: weniger Moeglichkeit der Verleugnung spezielle Situation einer Zwillingsschwangerschaft: Freude ueber Kind - Trauer ueber Fetozid aber Dankbarkeit d. BehandlerIn gegenueber Fall Krisenintervention: Zwerchfellhernie, Gehirnschaden vermutet, Entscheidung in wenigen Tagen, ungeplante Schwangerschaft -> Information ueber Foren (komplizerter als Darstellung d. KinderaerztInnen), erfolgreicher Fetozid Bindugnsprobleme an ueberlebendes Kind (warum darf dieses Kind ueberleben), Idealisierung des getoeteten Fetus, ... Trauerreaktion - pathologische Trauer (depressive Reaktion) * intens. Beschaeftigung - staend. Beschaeftigung m. verl. Objekt * allemaehliche Internalisierung d. verl. Objekts - Losloesung kann nicht stattfinden * Pat. weckt Mitgefuehl/Traurigkeit - Pat. weckt Distanziertheit/Ungeduld, Aerger geschlechtsspez. Unterschiede im Trauerprozess bei perinat. Verlust: * Frauen haeufiger m. Trauerproz. konfrontiert (Lebenszeit, Ehe mit aelteren Maennern) * Veraenderung der Wahrnehmung/Bindung fuer werdende Vaeter * f intensivere Trauerrk. * Vaeter mit geringerer Ich-Staerke und wenig sozialer Unterstuetzung trauern intensiver * hohes Abwehrverhalten d. Maenner ist eher mit Schwierigkeiten beim Coping verbunden * trauernde Vaeter haeufiger Alkoholabusus/versuchen rollenspezifischen Erwartungen Gemaess Gefuehle mit Alkohol zu kontrollieren * trauernde Muetter hoehere Angst-/Depressionswerte * Folgen f. Beziehung * Verleugnung/Verdraengung: ** m hoeheres Arbeitspensum (CAVE Fehlinterpretation) ** f erleben m. Verhalten als mangelnde Empathie - m. durch Intensitaet d. Trauer (d. f.) verunsichert ** Vermeiden offener Kommunikation Schwangerschaft nach fruehem Verlust eher KI Psychotherapie: Differenzierung zw. totem und neuem Baby in der inneren Welt d. Frau == psych. Stoerungen waehrend/nach der Geburt (Baby Blues, postpart. Depr./Psychose, traumat. Entbindung, Angst-/Zwangsstoerungen; Maenner und peripert. psych. St.) == * Hyperemesis gravidarum (bisweilen keine anderen neg. Gefuehle denkbar, Kombination m. sozialen Problemen, Belastungen, kultureller Hintergrund ...) * Angstsymptome (Geburtsaengste, Aengste bei Komplikationen, paranoide Aengste) -> psychiatr. Behandlung * Baby Blues 50 - 70 % (3 - 5 d pp, psych. Anpassungsprozess durch Hormonumstellung ...) * pp Depression ~ 10 % (RF: depr. Vorgeschichte, Bez. Probleme, schlechte soz. Unterst.) * pp Psychose 0.1 - 0.2 % (Erstmanif./Rezidiv, Gefahr d. erw. Suizids ...) * traumat. Entbindung 1.5 - 2 % (PTSD, haeufig negiert) * Angst-/Zwangsstoerung (Panikattacken ...) Fallbericht Hyperemesis: "warum soll dieses leben duerfen, wenn das andere abgetrieben wurde" - nach psychotherapeut. Sitzung Ende d. Hyperemesis Angst: Erleben d. Kindes als Zecke im Inneren, das sie aussaugt - widerlich, abstossend (selten) Mutter-Kind-Aufnahmen in manchen psychiatr. Einrichtungen Fallbericht: psychotische Exazerbation - Frau und Kind werden samt Behandlerin und deren (nicht vorhendenen) Kindern sterben, wenn sich nicht alle in eine Kirche begeben ... Fallbericht: Mutter versucht Kind zu ertraenken, permanente hypoxische Schaeden postpartale Psychose (nicht mehr Stillpsychose!) Fallbericht: Aengste in Schwangerschaft 10 a nach Totgeburt -> Fruehgeburt, Gerinnungshemmer, sonst keine Probleme (gesundes Kind) === Maenner und peripert. psych. St.) === life event pp 5 - 9 % Depression (cf. f ~ 10 %) Erstmanif. o. Rezidiv Couvade-Syndrom (m aehnliche Symptome wie f in Schwangerschaft - Uebelkeit, Erbrechen, Erschoefpung, Schlaffheit: Hormonveraenderungen, pp T-Senkung bei m?, Prolaktinerhoehung in SpaetSS, erh. Cortisol peripart ...) von allen Psychosen bei Maennern 2.4 % pp meist als Rezidiv (!= f Wert oben) (Beziehungsveraenderung ...)