[27. 6. 2011] Susanne Gabala (sp?), Soziologin Bilder im sozialwissenschaftlichen Forschungsprozess Gender Mainstreaming ABteilung * Vereinbarkeit WissenscaftlerIn/MedizinerIn - Familie, * berufsbezogene Persoenlichkeitsbeschreibungen u. Erreichbarkeit an Meduni = Biomedizinische Koerperbilder = Bildmechanismen, kult. Repraes. Reproduktion Bilder vom menschl. Koerper seit 16. Jh. (vorher aus relig. Gruenden nicht (leicht) moeglich, Mensch = Abbild Gottes ...) mit Abwenden von Kirche denkbar Vesalius -> Atlas tabulae Erinnerung staerken Verbilderung der Medizin (bis heute gueltig) Sichtbarkeitsparadigma sichtbar <-> unsichtbar (anderes nicht zeigen) epistemologischer Schritt zum pathologischen Koerper 18./19. Jh: "normaler Koerper"/"Anormales" Verwissenschaftlichung: empirische Wissenschaft -> Vergleichbarkeit, Standardisierung, Visualisierung Interpretation auf Grund von _Vorerfahrungen_ Bild = mehrere moegl. Bedeutungung: Arzt/Aerztin interpretiert abh. v. kult. Kontext (Erfahrungen, Aktivitaeten) Betrachtung/Interpr. der/des ForscherIn -> kultureller Status Koerperbilder = Teil d. NaWi Deutungsprozesses -> Umweg: Populaerwissenschaft -> Gesellschaft Visualisierungstechniken -> kulturelle Bedeutung von "Geschlecht" seit 1970er Bildgebung -> Wirkung auf Feld Buri (sp?) CH: Technisisierung -> Apparatemedizin, v. a. in staedtischen Zentren verfuegbar Koproduktion wiss./tech./soz. Institutionen (MRT, ...) soziale Anpassungen an med. Feld (?) Adaption der epist. Praktiken/Kompetenzen: Blick Koerper/Monitor (d. Foucault "Geburt d. Klinik") visualisierungstechn. Vermessung Definition Bild: William John THomas Mitchell (Bildtheoretiker): * pictorial Term = methodische/theor. Paradigmenwechsel im Umgang mit Bildern (-> kritischer(er) Umgang mit Bildern, Produktion, Rezeption, Theoriebildung)) * Bildsprache entschluesseln * 1980er: was ist ein Bild? ** geistige Bilder (-> Psych./Erkenntnisth.: Traum, Erinn., Vorst., ...) ** optisch ** graphisch-/plastisch (Gemaelde, Zeichnungen) ** sprachliche Bildlichkeit (Metaphern) ** perzeptuell (sinnes-/Daten-Erscheinungen (?)) Philosophie, Lit-Wiss., ... geistige und materielle Bilder: Zusammenhang? * geistig: "uneigentlich", v. Person z. Person untersch., nicht ueber Sehsinn * materiell: erscheinen stabil, fest, wahrnehmbar, visuell Mitchell kritisiert diese Einteilung und sieht die einen als "Bastarde" der anderen (?) wie/wo sehen wir ein Bild? Unterscheidung Bildprod./-betrachtung Entsteht Bild auf Bildtraeger oder im Auge der/des BetrachterIn Beispiel: Helmut Newton Segmentanalyse einige Segmente der Analyse * Beschreibung: zwe nahezu simultane Eventualitaeten ** Mann ** Frau Kontext - Frau steht, Arme angehoben, nackt bis auf Schuhe Mann sitzt, blickt in Gesicht der Frau ("dadurch wird die Szene erst erotisiert, angedeutet, dass es dabei um Gefuehle geht ...") Liebe? Prostitution? beides? -> unbeantwortet generiert Vorstellungsraeume, die in der Deutung offen bleiben Spannungsfeld Unter-/Ueberordnung, Subjekt/Objekt, privat/beruflich ... auch visualisierte Bilder unterschiedlich wahrgenommen * kult. Kontext * indev. Vorstellungen (-> Umberto Eco, Einfuehrung in die Semiotik) Koerper in Bildtheorie Hans Peltin (sp? Medientheoretiker DE): Koerper als lebendes Medium * trennt nicht in Bildproduktion - -betrachtung: Koerper = alleiniger Ort der Bilder * Bilder = Resultate von Symbolisierungsprozesse, in denen Abwesendem Praesenz verliehen wird (Erinnerungsphoto ...) * Blick (aerztl. Blick Koerper -> Monitor): Peltin: Bilder werden nur ueber Blick lebendig Zusammenf.: fuer Bildinterpr.: "Bilder haben eine eigene Sprache, Eigenleben, praegen kult. Bedeutung" innere/aeussere Bilder Bildproduktion - Bildbetrachtung Interpretation kult./indiv. untersch. == Zusammenhang Kultur - Bild == cultural studies (Kunst-/Film-/Mewi.) seit 1980er visual culture Semantik von Bildern * ges. Bedeutung ueber Repr. von Bildern nicht transzendental Wahrheit ueber vorgeschobene Bilder (Prod./Betrachtung) Rollenbilder aus Werbung -> Rollenzuschreibung Beispiel: Werbespot Dr Oetker 1960er (Frau darf/muss Backen) Irving Gothman 1981 Werbung und Geschlecht Abbildung in USA 1970er: stereotypisierte Verhaltensweisen -> machen Film leichter "lesbar" Weiblichkeit/Maennlichkeit = tiefste Verankerung im Menschlichen Geist, aber aus kult. Kontext (Verwertungsgesten) Intelligenzforschung m - f ab Mitte 20. Jh. Staerken/Schwaechen Unterschiede verstehen sich zu jedem Zeitpunkt als objektiv/gueltig (geben Geschlechtervorstellungen wieder/legtitimieren diese) Buri (sp? CH) Zusammenfassung: Fixierung gerahmter Situation raeuml./zeitl. Bezuege gegenst. Dimension bleibt praesent, ohne dass sie schlicht abgebildet wuerde bewegliche/bewegte Koerper in fixierte Bildflaeche Vorstellungen -> Rahmung/Fixierung (mit-)Gestaltung Bilder: stereotyp. Inhalte (= mehr als Abbilder: -> (geschl.) Rollenbilder) == biomdedizinische Koerperbilder == visual Value (Buri ...): zetr. Funktionalitaet von Bildern Erfahrungen mit Medium Film/kult. Utopie = sichtbar-/transparentmachung d. menschl. Koerpers nicht Abbildung, sondern Transformation (Messdaten -> Visualisierung) Roentgen, US, MRT Auswirkungen Beispiel: Tesla 7 MRT (~ 2007 Meduni Wien) aktuell: molekulare Bildgebung (nicht nur Position, sondern auch Prozesse: z. B. Tumorwachstum/-absterben -> Therapieanpassung) * zentr. Funktion der biomed. ABbildung * kulturelle Repraesentation auch bei med. ABb. -> AMbivalenz im Umgang mit Koerperbildern WissenschaftlerInnen erkennen intuitiv kult. Repraesentation, interpretieren aber `Blick auf Technik (Konstruktionsprozess) verschwindet Radiologe: "das sind fuer mich die Koronarien, kein Bild davon, trotz anderen WIssens" Spuren d. fotorealistischen Ansatzes als authent. ABbilder unverfaelschter Wissenschaftlichkeit gesehen Kontext Gendermedizin: koerperl. Materie -> deterministische Argumentationsliniein feministische Theorie: Koerper -> Auswirkungen auf Denken Kommunizieren im med. Bereich: Kategorien notwendig (Kategorie Geschlecht sehr praktisch) sachlich erscheinende Beschreibung Einteilung d. menschl. Koerpers in voneinander abgrenzbare Gruppen CAVE: Geschlecht als Kategorie -> Hierarchisierung/Machtzuschreibungen konstruktiver Realismus: Embodiment (Bershinski (sp?)) Konstruktion an Realitaeten ausgebildet - machen biol. Phaeomene sichtbar, zugleich auf komplexer Technik beruhend -> ambivalenter Zugang == Bildproduktion biomed. Koerperbilder == Fantastic Voyage (Film/Asimov-Buch) (NOTE) -> Oskar Vorspann: kuenftige Mondlandung, med. Fortschritte Koerperinneres als riesige Landschaft Kommentarstimme Kinotrailer: "you are going, where no man or camera has gone before ... but when you come out, you may never look at yourself the same way again" visible human project (US national library) Vollstaendigkeit, Naehe zu Koerper (Mikrotomschnitte) eine m, eine f Leiche "complete normal adult, male and female" "digital Adam and Eve", "neue digitale Aera des Menschen" Atlanten: nicht nur Ansicht, sondern auch vis. Modell, Standard CAVE: Vernachlaessigung der Sexualitaet/Geschlechtszuordnung Reduktion/Betonung der Frau auf Bereich der Reproduktion Wiesing (sp?): artifizieller Praesenz (Fixierung ... Simulationsprozesse: akute Zusammenhaenge -> Bildproduktion) Subprojekt: human brain project (einheitl. Gehirn -> normale/abnormale Gehirnfunktion) Rot/Gelb-Blinken eines Gehirns in Medien als "Gehirn in Aktion" = Konstruktion, "Gehirn blink nicht ..." Verfahren nacvollziehbar, Vielzahl der Verfahrensschritte verlangt aber Entscheidung (Einfaerbung, ...) -> abhaengig von KonstrukteurInnen (auch in Neurowissenschaften Problem der Vergleichbarkeit von Daten/Ergebnissen aus untersch. Studien) Einseitigkeit der Auswahl bei Referenzgehirn Koerpernormierung ueber Beschraenkung von Apparategroessen (Uebergewichtige -> MRT/CT auf VetMed) == Mechanismen der Bildbetrachtung == Dialogisches Verhaeltnis mit BetrachterIn Wirkung Verlebendigung vis. Wahrnehmung nicht eindeutig determiniserbar: Interpretation durch AerztIn/WissenschaftlerIn -> mehrere Deutungen moeglich (Vorerfahrungen) Fleck 1983 (BakteriologInnen?) -> Denkkollektiv, wissensch. Rahmen, selbes "Suchbild" bei Bildbetrachtung (Blickbildung) Koerpervorstellung vermischt mit wissensch. Vorstellungen -> Betrachtung nicht nur auf wissensch. Diskurs, sondern auch von allt. Betrachtungspraxis abh. Buri: "visual persuasiveness" * aesthetisch * selektive (verfuehrerische) Macht von Bildern Untersuchte Komm. AerztInnen - PatientInnen: Bilder als * Verstaendigungsmittel * Argumentationshilfe -> Aufmerksamkeit erregen, Unterstuetzung fuer (eigene) Theorien publication bias (Interpretationsleistung von Bildern, Ergebnisse, die Geschlechterunterschiede zeigen, werden eher publiziert als welche, die keine aufzeigen; cf. aehnliches zu untersch. "Rassen", bes. angelsaechs. Raum) Zusammenfassung: lebendiges, dialogisches Verhaeltnis zu BetrachterInnen Vorstellungen zu Geschlecht, Geschlechterrollen visual Persuasiveness -> starke Ueberzeugungskraft CAVE publication bias! Beispiel aus Gynaekologie/Geschichte: US, Visualisierung des Foetus Frau als "biologisches Umfeld" des zu schuetzenden Lebens gesehen Beispiel: 1991 Texas junge Frau schwanger, bekam Krebs Chemotherapie wuerde Foetus toeten Frau wollte leben (Chemotherapie machen) Gericht entschied gegen Frau vor Visualisierung der Schwangerschaft kulturell nicht existent visual Value/Persuasiveness (vis. Macht d. Bilder) -> sorgsamer Umgang, Entstehung, Vorerfahrungen (bes. im Rahmen der Produktion wissensch. Ergebnisse) Barbara Duden: "Frauenleib ist oeffentl. Ort, in den jedEr hineinschauen darf" == Hirnplastizitaet == Neuroanatomie - Geschlechterdifferenzen Cordula Nietsch (sp?) Medizinerin publiziert Artikel ueber Nichtunterscheidung von f/m, ausser in Bereichen d. Sexualfunktion (NOTE!!!): argumentiert ueber Hirnplastizitaet Umwelt nimmt Einfluss auf Gehirn neuronale Netze (Synapsen) Synapsenneubildung -> neue Netzwerke (Erinnerungsspuren) -> neue Eindruecke/Phantasien/... = Grundlage von Lernen/Gedaechtnis (auch bei nichtmenschlichen Tieren vorhanden) if. deterministische WissenschaftlerInnen chaotisch -> schwer nachvollziehbar Planung? Aktionen? lange Bahnen (Nerven): weniger plastisch plastizitaet v. a. in Grosshirnrinde (weniger im Hirnstamm) Nervenbahnen: Ortsinformation wird in Bahnen beibehalten mehrfache Repraesentation (wissen, was sie repraesentieren - auch bei Verlust der Verbindung zur Peripherie, cf. Phantomschmerz ...) Gerhirn hat Bilder des Koerpers, der Sinneseindruecke, olfaktorischen, visuellen Eindruecke ... in Kindheit/Jugend bessere Merkfaehigkeit, aber aush spaeter vorhanden -> schnelle, effiziente Wahrnehmung, Verarbeitung Interpretation Bestaetigung auch durch empirische Studien aus SoWi (Leistungsfaehigkeit m/f in Mathematik ...): Nature ~ 2007 in Staaten mit aehnlichen Lernstrukturen m/f f besser als m im Mathematikunterricht