Josef Berze Primaere Insuffizienz der psychischen Aktivitaet: Ihr Wesen, ihre Erscheinungen und ihre Bedeutung als Grundstoerung der dementia praecox und der Hypophrenien ueberhaupt Franz Deuticke, Leipzig und Wien, 1914 Kasuistik: Selbstbewusstsein, Willen, Bewusstsein 61ff Denkfaehigk. eingeschr.; "passives Denken" (Ged. ohne eigenes Zutun) [s. Ppaiernotizen bis Kraepelin] 78 Jung: akzeptiert "Idee einer ganz zentralen Stoerung", welche die Affektivitaet im weiteren Sinne betrifft und postuliert eine "primaere oder sekundaere (durch Affekt bedingte?) Toxinbildung (?)", daraus Komplexfixierung und Abhaengigkeit aller Praecoxsymptome davon 79 E Bleuler: unterscheidet (damals unbekannte) phsysische Krankheit und psychische Symptome, "Komplex ist nicht Ursache der Krankheit, sondern der Symptome"; da es "keinen Menschen ohne Komplexe [gibt, trifft der] Krankheitsprozess immer auf solche", widerspricht Jung: wenn es Dementia praecox ohne Grunderkrankung gaebe, waere diese anders zu bezeichnen (Vergleich mit nichtsyphilitischer Paralyse), widerspricht Jungs Theorie im Bereich der sekundaeren (im Sinne Jungs durch den Einfluss der Affekte gebildeten) Toxine dagegen Jung: seiner Meinung nach kann der [...] gesamte Krankheitsprozess bei Dementia praecox sich aus einem affektbetonten Komplex entwickeln Jung 1911: "Es unterliegt heute wohl kaum mehr einem Zweifel, dass die Schizophrenie (unter Ueberwiegen des Inversionsmechanismus) wesentlich dieselben Mechanismen besitzt, wie jede andere Psychoneurose", Fesselung der Aufmerksmkeit durch den Komplex dagegen E Bleuler: sieht eine Lockerung der Assoziation als Primaersymptom der Schizophrenie an (81: cf Gross'sche Lehre vom Bewusstseinszerfall), Vergleich mit Wundt'scher Apperzeption E Bleuler "Schizophrenie" vs Gross "dementia sejunctiva" 84 Kraepelin 1913 (8. III 748f): Allgemeinverfassung, Begriffe, Ruhe der Gemuetslage, rasche Ueberwindung schroffer Erschuetterungen -> Stabilisierung Abschwaechung/Vrnichung d. Enfl. v. Allgemeinvorst./hoehere Gefuehle, allg. WIllensrichtungen [...] -> innere Zersplitterung d. Dementia praecox (3 Wurzeln: Abschw. Allg.v. (sek.), hoeh. Gef. (sek.), dauernden/allg. Willensrichtung (am wichtigsten)) Grenze "niedere seelische Verrichtungen" - "hoehere seelische Seelentaetigkeit" von Berze bezweifelt Antriebslosigkeit: fehlende "Kraft" (Sperrung) oder Widerstaende (Hemmung) Sperrung bei Kraepelin != (path. Steigerung d.) Widerstaende Jung verwendet Begriffe offenbar Synonym Hemmung bei d. p. als kleine Hindernisse, die von Gesunden leicht ueberwunden werden koennten und erst bei Sperrung ("fehlender Kraft") wirksam werden (Seitenhieb auf Jung: "in ein mehr oder weniger wissenschafltiches Kleid gesteckte Erklaerungswahnideen der Kranken selbst" 3. Ueber das Wesen der psychischen Aktivitaet (VErsuch einer energetischen Deutung) Kritik an Freuds Theorie d. Unbewussten ("unvollst. Gedanken, Sigel wie bei Kurzschrift") (eigtl. Anhang, Anmerkung X 343-352: 1. "Nicht alles Bewusste wird zu einem hinterdrein bewussten" 2. nur das in gedankliche Form gebrachte wird als bewusster intellektueller Vorgang angesehen (nicht Gefuehle, ...) 3. aussersprachliche Gedanken nicht als bewusst angenommen (cf. 2) 4. nicht gewollte als nicht beuwsst angenommen 5. nicht beachtet als nicht bewusst angenommen (aber nach Meinung d. Autors jederzeit abrufbar; [Anm.: unbewusst/vorbewusst vermischt?]) 6. uneingestanden Wuensche als unbewusst angenommen, diese muessen aber nach Meinung des Autors irgendwann bewusst gewesen sein und koennen jederzeit wieder bewusst werden 7. weil die Aufmerksamkeit auf/das Bewusstsein eines bestimmten Gedanken dem Zustandekommen einer best. Denkverbindung hinderlich sein koennte und daher diese nicht aktiv bewusst sind, werden sie als unbewusst angenommen 8. der Autor sieht auch Traumbewusstsein, Hypnose, krankhaft veraendertes Bewusstsein als Bewusstseinsvorgaenge und meint daher, dass aus diesem "nur mit groesster Vorsicht" auf unbewusste Vorgaenge geschlossen werden koenne 9. unanschauliches Wissen/Relationen (Gleichheit, Aehnlichkeit, Assoziation, ... dynamische VOrgaenge im Seelenleben: Vorstellen, Vergleichen, Kombinieren, Analysieren, Willenshandlungen) wuerden oft als unbewusst betrachtet Autor eroertert, dass ein Denkvorgang ohne "aktuelle bewusste Taetigkeit" noch nicht unbewusst waere, weil er keinen Nachweis sieht, dass tatsaechlich keine solche "aktuelle/bewusste" Taetigkeit vorliege und erst deren Abwesenheit die Postulation eines Unbewussten zulasse Erklaerung Berze: passive "Wiederbelebung" eines von einer aktiven Konzeption herruehrenden Engramms durch "assoziativen" Anstoss, durch welchen dieses "ekphoriert" wird Engramme nur bei vollstaendiger Gleichheit (oder unwes. Unterschied) wieder abrufbar ("partielle Wiederkehr d. inneren energetischen Situation nach Semon) Berze: Unbew. = "Das Fortwirken d. _psych._Aktivitaet_ allein ist es, das uns aus statt Sklaven unserer ererbten und bis zurzeit erworbenen Engramme, aus Sklaven unserer dunklen Draenge, aus Sklaven d. 'Unbewussten', die in so und so vielen Faellen unter der Herrschaft von Engrammen blind in ihr Verderben rennen muessten wie die Millionen Voegel, [...], wie die Millionen Muecken [...] zu 'denkenden' Wesen macht, die sich auch in neuen Situationen zurechtfinden koennen [...]") psychischer Trieb als Perzeptionstrieb, Wahrnehmungstrieb, Erkenntnistrieb, etc.Zielvorstellungen, fehlen diese: "dunkler Drang" Triebe (-> dunkler Drang): sekundaere (erworbene) Automatismen Strebungsbewusstheit; Ichbewusstheit ("Einerleiheit (Identitaet)" und Bewusstseinstonus erforderlich zum Icherhalt) (spontane, eigentlich) Aktivitaet vs. Reaktivitaet (= Passivitaet) 4. Aktivitaetsinsuffizienz: die hypophrenen Stoerungen des Persoenlichkeitsbewusstseins als Ausdruck d. Aktivitaetsinsuf. 1:Verminderung spontaner AKtivitaet (Bewusstsein, Willen, Ichbew., Denkkraft, Wahrnehmung, Auffassung, akt. Reprod.) -> Wahnideen 2: Reaktivitaet im Vordergrund p. 128