Kolle, Kurt Kraepelin und Freud. Beitr. zur neueren Geschichte d. Psychiatrie. Stuttgart : Thieme ; 1957 [onb mag-neu 904060-B] 26 Kraepelin waere vermutlich kein guter Nervenarzt gewesen, zu sehr in naturwissenschaftlichem Denken verhaftet 28 kein philosophierender Mensch, hat sich niemals zur von philosoph. Impulsen getragenen Methodenlehre Jaspers geaeussert, daher keine positive Wuerdigung d. PA moeglich 30ff: Uebersicht Kraepelin-Ausgaben 4. Auflage: neu! Psychische Entartungsprozesse -> A. Dementia Praecox, B. Katatonie, C. Dementia paranoides 5. Auflage: erworbene vs. Geistesstoerungen aus krankhafter Veranlagung: erworben Erschospfungszustaende, Vergiftungen, Irresein d. Rueckbildungszeitalters, Hirnerkrankungen, Stoffwechselerkr. (Myxoedem, Kretinismus, Verbloedungsprozesse: Dementia praecox etc.) 6. (u. 7.) Auflage: wieder ohne Einteilung erw./Veranl., jedoch erstmals Dementia praecox/manisch-dep. Irresein 8. Auflage: endogene Verbloedungen, A. Dem. pr., B. Paraphrenie - nahe verwandt mit X. epilept. Irresein, XI. man.-dep. Irresein Freud: 74f 3 Pat.-Gruppen in Psychiatrie ~Neurotische, neurologische, schizoide Erkr. 1. "durch obj. Organst. nicht erkl." -> PA naeher 2. neurologisch: PA keine grosse Bedeutung, aber Verstaendnis d. Kranken in ihrer/seiner Welt 3. endogene Psychosen: Cyclothymie (man.-dep. n. Kraepelin) Kritik an Freud: 83 Kraepelin (VIII Aufl Psychiatrie, IV, p 1700ff, 1915): warnt davor, alle moeglichen geschlechtlichen Erinnerungen ans Licht zu ziehen oder aus harmlosen Regungen und Erlebnissen die scheusslichsten geschlechtlichen Verirrungen herauszulesen 84 Hoche (die PA Bewegung im Rahmen der Geistesgeschichte), sueddeut. Monatshefte 28, H. 11, p 762-67, 1931/8): PA Grundlage ist morbide Doktrin, Heilslehre f. Dekadente, Schwaechlinge aller Arten ... aussichtsloser Versuch, in das Reich des Unbewussten und Unbeweisbaren vorzudringen E Bleuler, Zuerich (PA Freuds, Leipzig/Wien 1911): es lohnt sich, Freud zu studieren, obwohl die "tats. Grundlagen wenig ueber das hinausgehen, was der beobachtende Psychologe schon laengst gewusst hat" - EInfluss Freuds auf sein Schizophreniebuch C G Jung (ehem. OA Bleulers; spaeter eigene Wege): zuerst aufgeschlossen; Zur gegenw. Lage d. Psychotherapie, Zbl. f. Psychother. 7, 1934): "germanische Seele" in NS gegen "juedische Kategorien" 85 Blumke (Hoche-Schueler; Die PA und ihre Kinder, 2. Aufl. Berlin 1938, p 60): PA als "dialektischer, raffinierter Versuch, dem Menschen alle [...] Ideale zu rauben" Jaspers kritisiert philosophischen Anspruch Freuds (Vorw. 4. Aufl. "Psychologie d. Weltanschauungen): "Feind, der im Medium der Wissenschaft etwas durchsetzen wollte, was gar nicht Wissenschaft ist, und dies in einer philosophischen Gesinnung, die ich als eine verwerfliche spuerte, gegen die ein Denken aus ganz anderem Ursprung zu klaeren und zu behaupten war" H. W. Gruhle (Alter wie Jaspers, Schueler v. Nissl); "Verstehen und Einfuehlen", Berlin-Goettingen-Heidelberg 1953, p 232): PA entspringt weltansch. Haltung, Positionen bruhen auf Glauben. Die PA sind Zauberer, Magier, Dichter, bald auf tiefstem banalen Niveau (Sadger), bald in Anwendung gepflegter Bildung (Jung), aber stehen wie Dichter ausserhalb wissenschaftlicher Kritik", aber (Verstehende Psychologie, 2. Aufl. Stuttg. 1956, p 216): Bedeutung der Erotik f. d. Leben d. Alltags, f. d. Societaet, ja fuer die ganze Kultur ist unermesslich gross"